Wednesday, November 18, 2015

Guest blogging...

Tina Busch and I have met virtually a while ago through the online platform What about my pencil skirt, a blog and active Facebook group for expat partners. When she asked me if I would write an guest article on how returning from expat life has felt for us, I immediately said yes. I love her blog and although I have never met her in real life, I feel that we have a lot in common. You will also read more about her and her expat life in Chattanooga on my blog soon.

Below I am sharing the article, that Tina has posted on her blog yesterday. It's only in German, sorry to my English-speaking readers. I can translate, if you are interested. Just let me know.

xoxo,
Yasemin


Article originally published on Tina Busch's blog on November 17, 2015.

“Wir Rückkehrer” – ein Gastbeitrag von Bloggerin Yasemin Polikar

Wie letzte Woche angekündigt, gibt es heute einen Gastbeitrag für Euch! Ich freue mich total, dass uns Yasemin erzählt, wie das Leben so ist – als Ex-Expat und Deutschland-Rückkehrer. Yasemin hat mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern über 7 Jahre in den USA gelebt und ist vor einem halben Jahr zurück nach Deutschland gezogen. Mehr über ihr Leben als Expat-Rückkehrer, Mutter und Hobby-Photographin schreibt sie auch auf ihrem Blog YPs World. Und nun bist Du dran, liebe Yasemin!
Yasemin Polikar Gastbeitrag
Wir Rückkehrer
Zurückkehrende Expats sind derzeit in aller Munde, zumindest medial gesehen. Die Artikel, die man zu dem Thema findet, sind jedoch meist negativer Natur. Titel wie „Expatriates: Im Ausland ein Fürstchen, zu Hause ein Würstchen“ (via) verheißen nichts Gutes und machen Expats, die sich derzeit noch im Ausland befinden kaum Mut für die bevorstehende Rückkehr.
Unsere Familie war insgesamt 7,5 Jahre im Ausland, genauer gesagt an zwei verschiedenen Standorten in den USA. Mein Mann wurde Anfang 2008 entsendet, ich habe meinen sicheren Job gekündigt, kurz vor der Ausreise wurde noch geheiratet und voller Tatendrang und Neugier ging es los. Viele Expat Geschichten beginnen so.
Ohne Kinder, voller Tatendrang, reiselustig und neugierig – die ersten paar Jahre verliefen wie im Film. Es war eine wundervolle Zeit, die wir in vollen Zügen genossen haben. An unserem ersten Standort haben wir uns in Kürze zu Hause gefühlt, Freunde gefunden und alles lief wie am Schnürchen. Die Krönung war dann die Geburt unserer ersten Tochter Mitte 2011 und die Geburt unserer zweiten Tochter Anfang 2013. Mitte 2013 kam dann der eher spontan beschlossene Umzug an einen weiteren Standort in den Vereinigten Staaten. Vieles veränderte sich für uns. Wir waren plötzlich Eltern zweier Kleinkinder in Windeln, die weniger als zwei Jahre auseinander waren und befanden uns an einem Ort, an dem wir uns nicht mehr ganz so wohl fühlten. Wir hatten das Gefühl nicht mehr in „unserem“ Amerika zu sein, sondern in einem ganz anderen Land. In den ersten 5,5 Jahren hatte ich eigentlich nie großartiges Europa-Heimweh, doch plötzlich überkam es mich, gepaart mit dem Gefühl der Heimatlosigkeit. „Wo gehöre ich hin? Wer bin ich? Wie geht es eigentlich weiter?“ Alles Fragen, die mich in den letzten zwei Jahren unserer Auslandsentsendung sehr beschäftigt haben.
Für uns war relativ schnell klar, dass eine weitere Verlängerung nicht mehr in Frage kam. Wir wollten zurück „nach Hause“, was in unserem Fall jedoch etwas schwerer zu definieren war. Wo ist denn „zu Hause“ eigentlich? Mein Mann ist Deutscher, ich komme aus Österreich. Somit ging es für mich nicht wirklich nach Hause, wobei ich auch schon vor unserer Entsendung in Deutschland gelebt habe. Der Job meines Mannes hat im Endeffekt die Definition gebracht. Deutschland ist unser neues/altes zu Hause.
Yasemin Polikar Gastbeitrag
Kurz vor der Rückkehr haben uns natürlich viele Fragen beschäftigt: „ Werden wir uns wie „Würstchen“ fühlen? Wie wird es den Kindern gehen? Werden sie weiterhin Englisch sprechen? Werde ich einen Job finden? Neue Freunde?“ etc…
Nein, wie ein Würstchen fühlt sich keiner von uns. Aber die Rückkehr ist, wie in den vielen Artikeln, die man zu dem Thema findet auch gut beschrieben, nicht immer einfach. Man selbst hat sich doch mehr verändert, als man es im Ausland bemerkt hat. Und in der alten Heimat hat sich zum Teil auch viel getan. Freunde, Familie und neue Bekannte können oft nicht nachvollziehen, was man erlebt hat und warum man vielleicht Dingen nun in der alten Heimat etwas kritischer gegenübersteht als vor der Entsendung.
Was vermissen wir?Am meisten vermisse ich die Offenheit der Amerikaner. Der offene und freundliche Umgang im Alltag. Das „chit-chatting“ an jeder Ecke. Sich einfach nur so Anlächeln. Sätze wie „Your daughter is so cute. I love your outfit. Good for you!“ Der Amerikaner wird ja gerne als oberflächlich porträtiert, besonders im deutschsprachigen Europa. Ich sehe das anders, Amerikaner haben eine positive, offene Grundeinstellung und fantastische Manieren. Natürlich ist nicht jeder, der nett zu einem ist, gleich dein bester Freund. Aber das ist ja nirgendwo so. Die Freundlichkeit und Offenheit macht den Alltag aber so viel schöner. Davon können sich hier die Leute eine dicke Scheibe abschneiden. Ich vermisse es täglich Englisch zu sprechen. Und natürlich vermissen wir die alten Freunde!
Was läuft besser als gedacht?Der Umstieg in den deutschen Kindergarten lief phantastisch. Unsere Große war an ihrem zweiten Kindergartentag schon so zufrieden, als wäre sie nie woanders hingegangen. Sie hat sofort neue Freunde gefunden. Die Kleine hat erst hier begonnen, somit war es für sie keine große Umstellung. Sie fragen eigentlich auch immer seltener nach der alten Heimat. Wenn wir Fotos anschauen, kommt es dann aber schon noch durch. Dann ist die Große auch oft mal traurig. Die Kleine mit ihren 2,5 Jahren natürlich weniger.
Was läuft schlechter als gedacht?
Wir haben das große Glück in einem wunderschönen Haus zu wohnen, allerdings nur temporär. Wir mieten das Haus von Freunden, die auch gerade im Ausland sind. Somit sind wir fast jedes Wochenende „house hunting“ und das läuft wesentlich schlechter als gedacht. Die Immobilienpreise in Deutschland sind extrem hoch, das Angebot sehr schlecht und man muss sehr, sehr kompromissbereit und ausdauernd sein um etwas zu finden. Der Platz im Überfluss in den USA hat einen da natürlich zusätzlich noch verdorben. Ansprüche müssen runtergeschraubt werden, was nicht immer einfach ist.
Sprechen die Kinder noch Englisch?Wir sind nun sechs Monate zurück und meine Antwort auf diese Frage lautet „JEIN!“ Die Große, mit ihren 4,5 Jahren, war in den USA im Kindergarten und hat dort richtig gut Englisch gesprochen. Es war auch ihre Spielsprache und dadurch hat die Kleine natürlich auch einiges gelernt. Hier ist die Spielsprache nun Deutsch, teilweise verweigert meine Große das Englisch sprechen komplett aber es ist definitiv noch nicht verlernt. Wir haben das große Glück, dass es in unserer Stadt eine eigene „English library for kids“ gibt, die auch story time, ähnlich wie in den USA, anbieten. Das machen wir alle zwei Wochen und ich lese sehr viel mit den Kindern auf Englisch. Dazu hören wir noch englische Hörbücher im Auto und da wir keine Fernseher, sondern nur ein Ipad mit Netflixkonto haben, schauen die beiden auch (fast) nur englische Cartoons. Das hilft auf jeden Fall und hin und wieder reden die beiden Mädls sogar wieder auf Englisch miteinander.
Yasemin Polikar Gastbeitrag
Wie geht es für mich persönlich weiter?
Wie anfangs erwähnt, habe ich Anfang 2008 meinen sichere Stelle in Wien gekündigt, um mit meinem Mann das Abenteuer USA zu starten. Dadurch habe ich es natürlich etwas schwerer nun wieder einzusteigen. Ich habe in den USA meinen Masterabschluss gemacht und nebenbei gearbeitet aber war seit der Geburt unserer ersten Tochter zu Hause. Mein Blog war eigentlich über die Jahre meine einzige Beschäftigung außerhalb der Kindererziehung, mein kreatives Ventil, wie ich es gerne nenne. Ab März beginne ich nun wieder zu arbeiten und freue mich schon sehr darauf. Ich werde an meiner alten Fachhochschule zwei Marketingkurse im BWL Grundstudium unterrichten. Was mich besonders freut: die Kurse sind auf Englisch – so bleibt die Sprache auch für mich erhalten.
Mein FazitJa, die Rückkehr nach einem Auslandsaufenthalt ist natürlich nicht immer einfach. Was hilft ist nach vorn zu schauen, offen und flexibel zu bleiben und optimistisch. Das habe ich im Ausland gelernt. Und ich lächle auch einfach nur so Leute auf der Straße an und mache ihnen Komplimente. Und tatsächlich, hin und wieder lächelt jemand zurück.
Über die Autorin
Yasemin Polikar ist zwischen zwei Kulturen aufgewachsen: Ihre Mutter ist Österreicherin und ihr Vater Türke. Ihr Expat Leben begann Anfang 2008, als sie mit ihrem deutschen Mann in die USA gezogen ist. Ihre zwei Töchter wurden 2011 und 2013 in Portland, Oregon geboren. Die Familie lebt derzeit in Stuttgart, Deutschland. Yasemin schreibt über ihr Leben als Expat Rückkehrer, Mutter und Hobby Photographin auf ihrem 
Blog YPs World.
Photo Credit: Yasemin Polikar – YPs World

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